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Energie

Wie viel Strom liefert die Solaranlage ohne Netz?

Ein Stromzähler mit Funk zählt, wie viel Solarstrom der Hundeplatz KayHoundz verbraucht. Das ganze Gebäude hängt an einer Inselanlage ohne Stromnetz.

im EinsatzHundeplatz KayHoundz

Der Zähler steht am Rand der Funkreichweite. Etwa jedes zweite Funkpaket kommt nicht an. Weil jedes Paket den ganzen Zählerstand enthält, geht dabei keine Kilowattstunde verloren, nur die Kurve wird gröber.

„Wie viel Strom verbraucht der Hundeplatz, und reicht die Solaranlage dafür?“

Der Hundeplatz KayHoundz hat keinen Anschluss ans Stromnetz. Eine Solaranlage mit Batterie und Wechselrichter versorgt das ganze Gebäude, vom Licht bis zur Werkstatt. Ob der Strom reicht, hängt davon ab, wie viel gebraucht wird. Genau das zählt dieser Stromzähler und funkt es ins Dorf.

Im Herbst 2026 brauchte der Platz meist zwischen 0,4 und 0,6 Kilowattstunden am Tag, ungefähr so viel wie ein Kühlschrank. In manchen Wochen floss gar kein Strom, dann war die Anlage aus oder es war nichts eingeschaltet. Der Zählerstand kommt über die Antenne auf dem Schornstein an. Wie gut der Funk reicht, zeigt die Seite Funknetz.

Wer selbst eine Gartenlaube, eine Hütte oder ein Vereinsheim mit Solarstrom betreibt, sieht so von zu Hause aus, wie viel Strom verbraucht wird.

Was nicht erfasst wird: Keine Kamera, keine Personen, kein Ladezustand der Batterie. Der Zähler sieht nur, wie viel Strom das Gebäude insgesamt braucht, nicht welches Gerät.

Ein geöffneter Sicherungskasten mit zwei Reihen Sicherungen und zwei FI-Schaltern. Unten sitzt ein grauer Stromzähler mit Display neben einer Steckdose. Links hängt ein Kasten mit Überspannungsschutz, aus dem rote und schwarze Solarkabel kommen.

Der Weg eines Messwerts, mit echten Daten

Dieselben vier Schritte wie bei jeder Messung im Dorf. Hier sehen Sie, was dabei wirklich über den Funk geht. Was die Schritte bedeuten

  1. Messen

    zählt den Strom vom Wechselrichter ins ganze Gebäude

    Rohwert am Sensor
    Strom vom Wechselrichter ins Gebäude (Bezug, Tarif 1)
    21902 Wh
    Strom zurück (Einspeisung, Tarif 1)
    0 Wh
    Ablesezeit im Zähler
    03.10.26, 21:15
  2. Funken

    alle 15 Minuten den ganzen Zählerstand

    Payload, 27 Byte3454C16A038E550000040000000005000000000600000000F0008B
    • Ablesezeit: 0x3454C16A = 1791054900 → 03.10.26, 21:15
    • Bezug T1 (Kennung 0x03): 0x8E550000 rückwärts gelesen = 21902 Wh → 21,902 kWh
    • Bezug T2 (Kennung 0x04): 0x00000000 rückwärts gelesen = 0 Wh → 0,000 kWh
    • Lieferung T1 (Kennung 0x05): 0x00000000 rückwärts gelesen = 0 Wh → 0,000 kWh
    • Lieferung T2 (Kennung 0x06): 0x00000000 rückwärts gelesen = 0 Wh → 0,000 kWh
    • Fehlercode: 0x00 = 0, kein Fehler

    Port 1 · SF11 · 868 MHz

  3. Empfangen

    das Solar-Gateway auf dem Schornstein

    Vom Decoder übersetzt
    {
     "energy_import_total_kwh": 21.902,
     "energy_export_total_kwh": 0,
     "meter_timestamp": 1791054900,
     "errorcode": 0
    }

    Empfang: -114 dBm, SNR -13 dB

  4. Zeigen

    Zählerstand in Kilowattstunden

    Letzter Wert

    21,9kWh

    Zählerstand: Solarstrom, den das Gebäude bisher verbraucht hat

Echte Werte aus dem Funknetz Kayna, abgerufen beim Erstellen der Seite. Payload hexadezimal: zwei Zeichen sind ein Byte.

Steckbrief zum Nachbauen

Technische Angaben
GerätEMU Professional II 3/100 LoRa Extern (Drehstromzähler mit Funk)
FunkLoRaWAN, 868 MHz, Antenne außen am Verteiler
Stromaus dem gemessenen Stromkreis, keine Batterie
GehäuseIP51, Einbau im Verteilerkasten auf Hutschiene
Aufwandeine Stunde für die Elektrofachkraft, eine Stunde am Server
Schwierigkeit anspruchsvoll

Kosten (Stand Oktober 2026)

Kosten, Stand Oktober 2026
Stromzähler EMU Professional II 3/100 LoRa mit Antennenbuchseca. 410 €
LoRa-Antenne 868 MHz mit SMA-Stecker und Kabelca. 10 €

Den Einbau in den Verteiler macht eine Elektrofachkraft. Laufende Kosten keine, das Funknetz von Kayna-funkt ist kostenlos.

Messprinzip

Ein Stromzähler wie im Keller, nur mit Funk

Die Solarmodule laden eine Batterie, ein Wechselrichter macht daraus Strom wie aus der Steckdose. Der Zähler sitzt im Verteilerkasten direkt hinter dem Wechselrichter, das ganze Gebäude hängt daran. Jeder Strom, der dort hindurchfließt, wird gezählt, genau wie beim Stromzähler im Keller eines Wohnhauses. Das Display zeigt den Stand vor Ort.

Alle 15 Minuten liest der Zähler seinen Stand ab und funkt ihn los. Er schickt immer den ganzen Zählerstand, nicht nur den Verbrauch seit dem letzten Mal. Geht ein Funkpaket verloren, stimmt das nächste trotzdem. Aus zwei Ständen lässt sich ablesen, wie viel Strom dazwischen verbraucht wurde.

Nachbauen

In Schritten zum eigenen Aufbau

Die Kurzfassung. Jeder Schritt ausführlich mit Fotos steht in der Anleitung auf OpenCode.

  1. Zähler im Funknetz anmelden

    Gerät mit den Schlüsseln vom Hersteller im Netzwerkserver ChirpStack anlegen und dem Geräteprofil den Decoder von EMU zuweisen.

  2. Einbauen lassen

    Eine Elektrofachkraft setzt den Zähler auf die Hutschiene im Verteiler und schließt ihn zwischen Wechselrichter und Sicherungen an. Die Antenne kommt außen an den Kasten.

  3. Prüfen

    Nach dem Einschalten meldet sich der Zähler im Funknetz an. Der Zählerstand im Display und in ChirpStack müssen übereinstimmen.

Messwerte

Alle Werte, die der Sensor liefert

So heißen die Felder, nachdem der Decoder das Funkpaket übersetzt hat. Die Beispiele stammen aus dem echten Funkpaket vom 3. Oktober 2026 um 21:21.

Messwerte von EMU Professional II 3/100 LoRa Extern (Drehstromzähler mit Funk) mit Beispielwerten
Feld im DecoderBedeutungEinheitBeispiel
energy_import_total_kwhZählerstand Bezug: Solarstrom, den der Wechselrichter ins Gebäude geliefert hatkWh21.902
energy_export_total_kwhZählerstand Lieferung: Strom in GegenrichtungkWh0
Active Energy Import T1.valueBezug Tarif 1, wie im PaketWh21902
Active Energy Import T2.valueBezug Tarif 2 (hier nicht genutzt)Wh0
Active Energy Export T1.valueLieferung Tarif 1, wie im PaketWh0
meter_timestampAblesezeit im Zähler, Sekunden seit 1970 (UTC)s1791054900
errorcode.valueFehlercode, 0 = alles in Ordnung. Einzelne Bits stehen als Ja/Nein-Felder daneben, etwa PowerFail (Spannung war weg) oder TimeChanged (Uhr gestellt)–0

Funkpaket, Port 1: 3454C16A038E550000040000000005000000000600000000F0008B

Welche Werte der Zähler funkt, ist im Zähler eingestellt. Er kann auch Leistung, Strom und Spannung je Phase schicken, dann liefert der Decoder weitere Felder (Active Power L1 usw.). Pakete mit nur 2 Byte auf Port 100 sind Zeitanfragen des Zählers (DeviceTimeReq) ohne Messwerte, der Decoder lässt sie leer.

Zum Nachbauen

Payload-Decoder für ChirpStack

Diesen Decoder nutzt unser ChirpStack-Server für EMU Professional II 3/100 LoRa Extern (Drehstromzähler mit Funk). Er übersetzt die Bytes aus dem Funk in die Felder oben.

Einsetzen in ChirpStack v4: Geräteprofil öffnen, Reiter „Codec“, „JavaScript functions“ wählen und den Inhalt der Datei einfügen.

Decoder herunterladen

emu-professional-ii.js, 29 KB, JavaScript. Der Code stammt vom Hersteller des Geräts. Es gelten dessen Bedingungen, siehe Nutzungsbedingungen. Oben in der Datei steht, woher er kommt und wann wir ihn abgerufen haben.

Historie

So ist die Anwendung entstanden

Die Arbeitsschritte der Reihe nach, mit dem Bestandteil, der jeweils dazukam. Die Daten stammen aus der Chronik, dem Funknetz-Server und der Anleitung auf OpenCode.

  1. Zähler im Netzwerkserver ChirpStack angelegt

    Gerät
  2. Ältester gespeicherter Zählerstand: 4,1 kWh

    Daten
  3. Steckbrief und Anleitung angelegt, Zählerstand 21,9 kWh

    Anleitung
  4. im Einsatz